Kinderhilfe Afghanistan

Afghanistan

Zwei Oberpfälzer lindern Leid der Erdbebenopfer

Obdachlosen droht der Tod: Georg Taubmann verteilt 5000 Zelte - Reinhard Erös gibt Essen, Kleider und Schuhe

VON CHRISTINE SCHRÖPF, MZ vom 30.10.05
REGENSBURG. Zwei Oberpfälzer lindern das Elend der Erdbebenopfer in Südostasien: Georg Taubmann von der Hilfsorganisation „Shelter Now” wird in den nächsten Wochen an die obdachlosen Menschen 5000 Zelte verteilen, in denen sie vor der klirrenden Kälte des einbrechenden Winters Schutz finden. Dr. Reinhard Erös, Gründer der „Kinderhilfe Afghanistan” gibt Essen, warme Kleider und Schuhe. Die beiden Männer sind befreundet, wollen sich bei ihrer Arbeit unterstützen.
Erös ist soeben nach zwei Wochen Aufenthalt in Deutschland zurück ins Krisengebiet zurückgeflogen. Der frühere Bundeswehrarzt hatte das Erdbeben selbst miterlebt - in einem Haus nur 125 Kilometer vom Epizentrum entfernt. Sofort startete er mit seinen Mitarbeitern eine Hilfsaktion in der pakistanischen Grenzprovinz Abbottabad, in der hunderte Dörfer zerstört sind. An 700 Familien wurden bereits Notpakete verteilt mit Reis, Fett, Zucker, Tee und 100 Euro für den Wiederaufbau. Am Ende sollen insgesamt 1300 Familien diese Unterstützung erhalten. Parallel läuft ein Kleiderprojekt. Ein Manager der Firma Nestlé in Singapur schenkt Erös 30 Tonnen Winterkleider, die für 8000 Kinder reichen dürften. Der Regensburger organisiert nun den Transport nach Islamabad. Bei seiner Rückkehr ins Katastrophenebiet hat er auch neue Spendengelder im „Gepäck”: 50 000 Euro haben vor allem die Oberpfälzer in den vergangenen zwei Wochen auf das Konto der Kinderhilfe überwiesen. Auch in der Mittelbayerischen Zeitung war ein Spendenaufruf erschienen.
Experten warnen vor einer „zweiten Katastrophe” im Erdbebengebiet. „Es gibt drei Millionen Obachlose”, sagt Georg Taubmann, der aus Sulzbach-Rosenberg stammt. Vielen drohe der Tod, wenn nicht rasch Hilfe eintreffe. „In den Bergen ist schon der erste Schnee gefallen. Der Winter ist hier extrem. Es wird sehr, sehr kalt”, so Taubmann, der seit vielen Jahren für „Shelter Now” in Pakistan und Afghanistan arbeitet. „Viele Leute sitzen am Straßenrand oder in ihren zerstörten Häuser, haben noch nicht einmal eine Plastikplane, um sich zu schützen.”
Seine Hilfsorganisation hat es sich zum Ziel gesetzt, 5000 Zelte an die Notleidenden zu verteilen. Keine leichte Aufgabe, denn inzwischen sind Zelte Mangelware. „Wir haben in Pakistan aufgekauft, was wir kriegen konnten. Nun haben wir im Iran Zelte bestellt, auch zu Händlern in Dubai haben wir schon Kontakte geknüpft.” Mehrere Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern konnten dennoch bereits im Norden Pakistans verteilt werden.
Taubmann fürchtet, dass die internationale Hilfe wegen der Vielzahl der Katastrophen nachlässt. „Erst der Tsunami, dann die Tornados. Für die Erdbebenopfer wird von offizieller Seite verhältnismäßig wenig Geld zur Verfügung gestellt. Alles ist sehr zögerlich angelaufen.”

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