Kinderhilfe Afghanistan

Afghanistan

Donaupost 12.10.05

"Wir müssen hier weiter helfen"

Regensburger Arzt Dr. Reinhard Erös unterstützt Erdbebenopfer in Pakistan

Regensburg. „Unsere zehn Schulen stehen noch”, sagt Dr. Reinhard Erös. Erleichterung ist in seiner Stimme trotzdem nicht zu hören, als er am Montagabend aus Pakistan anruft. Zu viele Tote gibt es dort, zu viele Menschen, die dringend Hilfe brauchen. Der Vorsitzende der „Kinderhilfe Afghanistan” befand sich zum Zeitpunkt des schweren Erdbebens in Südasien am Samstag etwa 130 Kilometer vom Epizentrum entfernt im Dorf Markihel.

Das Erdbeben hat den Regensburger Arzt Erös im Schlaf überrascht. "Alles hat gewackelt, aber das Haus, in dem ich war, hat gehalten." Doch vieles im Dorf liegt in Trümmern, viele wurden verletzt, einige haben Familienangehörige verloren. Im Dorf Markihel wurden etwa 250 Menschen getötet, im Regierungsbezirk, der etwa die Größe der Oberpfalz hat, waren es 9000, berichtet Erös am Telefon. Nach dem Beben seien die Autos der „Kinderhilfe Afghanistan” eingesetzt worden, um Verletzte in das Krankenhaus nach Jalalabad zu bringen. Vier Stunden dauerte die Fahrt dorthin.
500 Familien, die besonders schwer von der Katastrophe betroffen sind, werden jeweils mit 100 Euro unterstützt. Dr. Reinhard Erös wollte eigentlich bereits am gestrigen Dienstag zurück nach Deutschland fliegen. Doch nach der Katastrophe hat er seinen Rückflug verschoben. „Wir müssen hier weiter helfen”, sagt Erös. "Die Leute brauchen Nahrung, Kleidung, einfach alles, um zu überleben." Die „Kinderhilfe Afghanistan” sei die einzige deutsche Hilfsorganisation vor Ort. Zusammen mit 30 afghanischen Mitarbeitern versucht Erös, die Menschen im Dorf zu unterstützen.

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