Kinderhilfe Afghanistan

Afghanistan

 

11 c sammelt 2500 Euro für Erdbebenopfer

Neutraublinger zogen alle Register / 100 Euro bedeuten für eine Familie drei Monate Überleben


NEUTRAUBLING (cs). Binnen drei Tagen hat die Klasse 11 c des Gymnasiums 2500 Euro für die Erdbebenopfer in Pakistan gesammelt. Annette Erös von der Kinderhilfe Afghanistan war von der „stattlichen Summe” begeistert. Dieses Geld könne mindestens 250 Leuten helfen, die nächsten drei Monate zu überstehen.

Deutschlehrer Kurt Bauer hatte nach einem großen MZ-Bericht über die Erdbebenopfer der Klasse vorgeschlagen, eine Sammlung zu starten. Er stieß sofort auf offene Ohren. Die Schüler entwarfen Plakate, die gesamte Klasse teilte sich in Gruppen ein und zog zweimal durch sämtliche Klassenzimmer. Anhand der Plakate stellten sie ihr Anliegen kurz vor, um am Tag darauf wieder zu kommen - zum Einsammeln der Spenden. Flankierend durften sie sogar über die Lautsprecheranlage der Schule Durchsagen machen.
Vom Ergebnis waren die Elftkläss-1er selbst überrascht. Vor allem in den 5., 6. Klassen sei die Spendenbereitschaft sehr groß gewesen. „Da haben wohl auch viele Eltern ihren Teil beigetragen.” In der Achten und Neunten war die Resonanz vergleichsweise schwach und auch da-für hat die 11 c eine Erklärung. „In dem Alter erzählt man zuhause nicht mehr alles - und so viel Taschengeld haben die dann auch noch nicht.” In der Kollegstufe sei die Bereitschaft zu spenden dagegen wieder hoch gewesen. „Da ist einfach schon mehr Verständnis und Engagement vorhanden.”
Auch im Lehrerzimmer rückte die 11 c an. Die meisten Lehrkräfte seien sehr großzügig gewesen, loben die Schüler. Nur einige hätten sich wohl direkt unter Druck gesetzt gefühlt, schmunzelt Bauer. „Aber wenn wir Gutes tun, dann ohne Rücksicht auf Verluste ...”
Annette Erös erklärte den Schülern, dass ihre Aktion weit mehr sei als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mit 100 Euro könne sich eine Familie, „und das sind meist mehr als zehn Leute”, drei Monate lang ihr Überleben sichern. „Da kommen ganz schön viele Menschen zusammen.”

Decke und Essen

cs. Dr. Reinhard Erös aus Mintraching, Gründer der Kinderhilfe Afghanistan, hat die Katastrophe auf afghanischer Seite miterlebt, 125 Kilometer vom Epizentrum entfernt. Er startete sofort ein Hilfsprojekt. Auch auf afghanischer Seite hatte es Tote und viele Verletzte gegeben, unzählige Menschen sind obdachlos. 400 Familien, deren Hab und Gut zerstört wurde, hat Erös in den ersten Tagen unterstützt.Inzwischen hat die Kinderhilfe ihre Aktivitäten auf Pakistan konzentriert und organisiert die Hilfe von Peschawa aus, das rund 100 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt liegt. Annette Erös erzählte in der 11 c des Gymnasiums Neutraub-Iing von diesen Anstrengungen. So versuche man, neben Nahrung vor allem Kleidung und Decken in das Erdbebengebiet zu bringen. „Wenn man sonst nichts mehr hat, ist eine warme Decke viel wert.” Die Logistik der Hilfsaktion koste viel Geld, deswegen sei die Kinderhilfe Afghanistan für jede Spende dankbar.
Die Organisation hat in den vergangenen drei Jahren insgesamt zehn neue Schulen errichtet. Alle Gebäude haben die Katastrophe unbeschadet überstanden, weil sie erdbebensicher ausgelegt sind.

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